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Militärethischer Vortrag am AMG

2016 11 16 militärethischer vortrag klammerDer Veteranentag, ein amerikanischer Gedenktag, der traditionell am 11. November begangen wird, erinnert seit dem Ende des Ersten Weltkriegs an Kriegsveteranen und ehrt ihren Verdienst für das Vaterland. Auch in Großbritannien und den Staaten des Commonwealth, in Belgien und in Frankreich wird  an die gefallenen Soldaten erinnert.

Passend also, dass vergangene Woche Generalstabsarzt Dr. med. Ulrich Baumgärtner, der seit Januar 2016 das Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung der Bundeswehr leitet, am Albertus-Magnus-Gymnasium vor gebannten Schülern der Jahrgangsstufe 11 einen Vortrag über seine Tätigkeit sowie über ethische Grundfragen und Leitgedanken der Bundeswehr hielt.

Zunächst schilderte Dr. Baumgärtner, der die Leitfunktion für alle Bundeswehreinsätze mit Beteiligung des Zentralen Sanitätsdienstes innehat, dessen Auftrag: An vorderster Stelle stehe, die Gesundheit der Soldaten und Soldatinnen zu schützen, zu erhalten und wiederherzustellen. Insbesondere bei Auslandseinsätzen drohten gesundheitliche Gefahren, denen Soldaten im Inland nicht ausgesetzt sind. „Dabei gilt als oberstes Prinzip, die Soldaten im Falle einer Erkrankung oder einer Verwundung im Auslandseinsatz medizinisch so zu versorgen, wie es auch dem fachlichen Standard in Deutschland entsprechen würde“, so Baumgärtner. Auch eine einsatzvorbereitende Ausbildung der Soldaten sowie eine Unterstützung der zivilen Einrichtungen im Inland bei Katastrophen zählen zu den Aufgaben des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

Dr. Baumgärtner erklärte den Schülern, dass sich Bundeswehreinsätze aufgrund ihrer unterschiedlichen Zielsetzung sowie der geographischen und politischen Voraussetzungen des Einsatzlandes sehr unterscheiden. So sei die Bundeswehr aktuell in so verschiedenen Regionen wie Afghanistan, Mali und dem Mittelmeerraum tätig, was auch für den Sanitätsdienst eine große logistische Herausforderung darstelle.

Anschließend wandte sich Dr. Baumgärtner militärethischen Fragestellungen zu. „Womit ist ein Militäreinsatz gerechtfertigt?“, „Worin besteht das Recht zum Krieg?“, „Ist der Soldat seinem Gewissen verpflichtet oder seinem Befehl?“, „Wie kann man gleichzeitig Christ und Soldat sein?“.

Ziel der staatlichen Sicherheitspolitik sei die Abwehr von Angriffen, so Baumgärtner. Dazu gehöre es auch, Konflikte zu analysieren und zu lösen, möglichst bevor sie die Sicherheit Deutschlands gefährdeten. Die Menschenrechte seien die Grundlage für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt, der Schutz der Menschenwürde die oberste Maxime der Bundeswehr.

Abschließend erläuterte der Kommandeur das Dilemma der Ethik: Sie sei ein Idealgebilde, das reale Bedingungen miteinbeziehen muss, auf die es reagiert. Damit könne die Ethik ihrem Anspruch teilweise selbst nicht gerecht werden.

Ein großer Dank gilt Herrn Dr. med. Ulrich Baumgärtner für seinen informativen und interessanten Vortrag sowie Herrn Achim Jillich für die Organisation.

 

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