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Die Welt mit anderem Herzen sehen

Der Diplom-Pflegepädagoge Axel Hudak besuchte das AMG im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichtes, um die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 zum Thema Organspende zu informieren und zu sensibilisieren. Sie sollten sich eine eigene fundierte Meinung zur Organspende bilden. Denn in Deutschland warten jährlich ca. 12000 Menschen auf ein Spenderorgan, aber nur 4700 Operationen können auch durchgeführt werden. Dies liegt vor allem an der geringen Spenderbereitschaft  der Deutschen.

Gesetzlich gilt in Deutschland, dass ein Mensch zu Lebzeiten verfügen sollte, ob er seine Organe spenden möchte oder nicht. Hat er keine Entscheidung getroffen, sind im Todesfall die nächsten Angehörigen gefragt, ihre Einwilligung zu geben oder zu verweigern. In anderen europäischen Ländern, z.B. in Österreich, ist dies anders geregelt: Wer nicht ausdrücklich zu Lebzeiten einer Organspende widerspricht, wird automatisch zum potentiellen Spender, wenn der Hirntod festgestellt wurde. Hudak, der im Städtischen Klinikum Karlsruhe arbeitet, hält die deutsche Gesetzeslage für richtig, da kein Zwang zu einer Entscheidung bestehen sollte. Dennoch würde er sich wünschen, dass sich mehr Menschen für eine Organspende entscheiden. „Wenn einem selbst die Organe nichts mehr nützen, kann man damit immer noch Leben retten. Das ist doch eine schöne Vorstellung“, so Hudak. Der Skandal um Manipulationen bei der Vergabe von Spenderorganen im vergangenen Jahr, aber auch die Frage, ob ein Mensch, der Hirntod ist, wirklich nicht mehr aufwachen kann, beschäftigten viele Schüler. Neugierig stellten sie ihre Fragen, die Hudak sehr ernst nahm und ausführlich beantwortete. Ein großer Dank gilt neben Axel Hudak auch Petra Beaupain, evangelische Religionslehrerin am AMG, die die Veranstaltung organisiert hat.