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Studienfahrt nach Sizilien (20. bis 25. September 2014)

21 Schülerinnen und 5 Schüler sowie die beiden Lehrer Frau Reeb und Herr Münsch, brachen am Samstag, dem 20. September 2014, zu einer Reise ins Ungewisse auf. Was würde uns auf Sizilien erwarten, dieser seltsamen Insel, vor dessen heißem Klima und Lava speiendem Ätna uns viele gewarnt hatten?

 

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Niemand kam zu spät zu unserem Treffpunkt im Stuttgarter Flughafen, so dass wir pünktlich und vollzählig unseren Flug antreten konnten. Nach etwa zwei Stunden landeten wir sicher auf der kurzen Landebahn von Catania und nahmen nach einer gefühlten Ewigkeit unser Gepäck in Empfang. Draußen erwartete uns bereits Giovanni, dessen bequemer Reisebus für die nächsten Tage unsere zweite Heimat werden sollte. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir unser erstes Etappenziel: das Dorf Sant’Alessio, wo wir herzlich begrüßt wurden und unser Abendessen unter freiem Himmel einnahmen. Die Speisenfolge blieb uns allen in Erinnerung, zumal sie sich in den folgenden Tagen nicht nennenswert veränderte: Pasta alla Norma – Coteletta (im Wechsel mit Pollo) – Obst oder Eis.

 

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Der Sonntag (21. September) wartete mit einem Höhepunkt, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, auf: einer Fahrt zum Ätna. Schon bei der Anfahrt durch malerische Orte am Fuße des „Mongibello“, wie der Berg bei den Einheimischen heißt, bestaunten wir rechts und links der Straße Reste der Lavaströme aus den vergangenen Jahrzehnten. Rund um die Talstation auf 1900 Metern Höhe gab es eine Menge zu erkunden; einige wagten die Fahrt mit der Seilbahn auf etwa 2600 Meter Höhe und genossen das angenehme Klima und die freie Sicht auf die Krater des Ätna. Der Nachmittag bot nach dem naturkundlichen ein kulturelles Highlight: das griechisch-römische Theater in Taormina, das uns einen einzigartigen Blick auf das Meer eröffnete. Zur Freude aller blieb nach unserer Rückkehr ins Hotel noch Zeit für ein Bad im Meer.

 

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Im Zeichen der Antike stand der Montag (22. September): Wir brachen in Richtung Süden auf und legten einen Zwischenstopp in Catania ein, wo wir am späten Vormittag die Innenstadt erkundeten. Dank Giovanni konnten wir einige Sehenswürdigkeiten gezielt ansteuern, da er uns eine kostenlose Stadtrundfahrt bot. Catania ist heute das wirtschaftliche Zentrum – man könnte auch sagen: die einzige ökonomisch erfolgreiche Stadt – der Insel, was sich vor allem in den luxuriösen Läden entlang der Haupteinkaufsstraße zeigt.

 

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Bei steigenden Temperaturen ging es weiter nach Siracusa, wo einst Cicero als römischer Provinzverwalter tätig war. Lange zuvor war Siracusa bereits die größ- te und bedeutendste griechische Siedlung Siziliens und hatte in ihren besten Zeiten mehr als doppelt so viele Einwohner wie heute. Der eindrucksvolle Tempelbezirk hätte uns bei Temperaturen unter 35 Grad Celsius sicherlich noch mehr beeindruckt; so aber strebten wir recht schnell zum „Ohr des Dionysios“ (in den Schatten!) und waren froh, danach unsere Unterkunft zu beziehen. Die malerische Altstadt mit ihren engen Gassen gefiel uns allen, insbesondere bei einem erfri- schenden Getränk auf der Piazza am Abend, den manche al- lerdings allzu sehr in die Nacht ausdehnten. Hier wären wir gern noch länger geblieben ...

 

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Eine längere Busfahrt brachte uns am Dienstag (23. September) quer über die Insel. Diejenigen, die nach dem langen Abend in Siracusa die Augen bereits wieder offenhalten konnten, bewunderten eine sich verändernde Landschaft: Vom trockenen Küstenstreifen im Osten ging es durch hügeliges Gelände in eine der weni gen heute noch bewaldeten Regionen Siziliens. Unser Ziel, die mit prächtigen Mosaiken ausgestattete Villa del Casale in der Nähe der Kleinstadt Piazza Armerina, empfing uns bei angenehmen Temperaturen. Am Nachmittag erreichten wir das auf einem imposanten Felsen gelegene Städtchen Cefalù an der Nordküste der Insel. Der aus normannischer Zeit stammende Dom und die in unmittelbarer Nähe befindliche Gelateria schienen unsere Ankunft schon zu erwarten, auch wenn manche Schülerinnen Probleme beim Zugang zum Dom bekamen – der gestrenge Aufseher ließ die leicht bekleideten Damen erst in die Kirche hinein, nachdem sie zumindest ihre Schultern bedeckt hatten.

 

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In Palermo, der, um es vorsichtig zu formulieren, interessantes- ten Stadt Siziliens, kamen wir am frühen Abend an. Unser Hotel lag ein wenig abseits der Altstadt gegenüber dem ziemlich herun- tergekommenen Universitätsviertel und erinnerte in seiner Ein- richtung und Farbigkeit an schlimmste Geschmacksverirrungen der 1970er Jahre.

 

Palermo selbst erkundeten wir am Mittwoch (24. September). Nach einem Abstecher zum Dom von Monreale mit zugehörigem Kloster und Kreuzgang – das Spazierengehen im Quadrat hatte in der Tat etwas Beruhigendes – stürzten wir uns in den Lärm und den Verkehr der Palermitaner Altstadt: Der Normannenpalast, heutzutage auch Sitz des sizilianischen Regionalparlaments, sowie der an der Au- ßenfassade im arabischen Stil verzierte Dom faszinierten uns. Wir erlebten eine Stadt mit großartiger Vergangenheit und durchaus Potential für die Zukunft, aber auch eine Stadt mit allen Problemen eines von der Wirtschaftskrise spürbar getroffenen Landes.

 

 

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Der letzte Tag (Donnerstag, 25. September) brachte uns noch einmal auf einer anderen Route quer über die Insel zum Flughafen von Catania. Wer unterwegs die Augen offenhielt, konnte eindrucksvolle Landschaften sehen und den Kontrast zwischen städtischem und ländlichem Sizilien erleben. Nun hieß es Abschied nehmen von Giovanni, unserem Chauffeur, der stets mit geradezu preußischer Pünktlichkeit glänzte.

 

Der Rückflug verlief problemlos, wenngleich mit Verspätung, so dass wir am frühen Abend wohlbehalten im kalten Germanien landeten.