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„Bitte hinschauen!“ - Vernissage der BK-Kurse der Oberstufe

2016 06 08 hinschauen klammer„Kunst kommt von Können – und dieses Können kann hier bestaunt werden“: Mit diesen Worten eröffnete Schulleiter Helmut Obermann die diesjährige Ausstellung der drei zweistündigen Kurse Bildende Kunst der Jahrgangsstufe 12 (Karin Kieltsch und Marco Leube) sowie der Klassenstufe 10 und der Klassen 6a und 6b (Marietheres Krome und  Karin Kieltsch) im Nordfoyer des Albertus-Magnus-Gymnasiums.

Einen genaueren Einblick in einen Kunstkurs gab dann Marco Lohse (JG 12), der zunächst die besondere Stellung dieses Faches im Fächerkanon hervorhob: Auch wenn strenge Abgabetermine für manch einen der Schüler Stress pur bedeuteten, sei doch das kreative Arbeiten eine willkommene Abwechslung zur harten Paukerei.

Begonnen habe man im Kurs mit Stillleben, danach befasste man sich mit Rembrandt, dem Meister des „goldenen Zeitalters“, und dessen Selbstporträts im Wandel der Zeit sowie mit der heute in New York lebenden Cindy Sherman und deren fotografischen Auseinandersetzung mit dem Rollenbild der Frau. Das verpflichtende Kurs-Thema „Selbstdarstellung und Verwandlung“  verbindet diese beiden so unterschiedlichen Künstler und bot den Ausgangspunkt zur eigenen kreativen Betätigung. Stella Graubner (JG 12) stellte dazu Fotoarbeiten vor, auf denen man die bewusste Inszenierung von Identitäten erkennen kann; bei der Umsetzung der Ideen habe man gelernt, was die verschiedenen Techniken, ein bewusster Blickwinkel oder bestimmte Körperhaltungen bewirken. Architektur und Skulptur waren weitere Themen der BK-Kurse und Jana Fliedner (JG 12) führte das Publikum vor  die in einer Vitrine ausgestellten, sehr individuell und ausdrucksstark gestalteten Büsten, die alle zunächst einmal ein grober Tonklotz gewesen waren, aus dem nach und nach Kopfform, Haare und Gesichtszüge herausgearbeitet wurden. Zum Thema Architektur gab es zum einen Zeltdachkonstruktionen im Modell zu sehen, aber auch die Hochhauswelt der Klassen 6a und 6b, deren aus Karton gebastelten Wolkenkratzer ebenfalls Teil der Ausstellung sind. Zum Schmunzeln brachten die Zuschauer des Weiteren die fotografierten, modernen Nachstellungen von bekannten Bildern des Biedermeiers wie Spitzwegs „Ein Besuch“ oder Hoelzels „Der Liebesbrief“, auf denen in identischer Komposition eine junge Frau am modernen Schreibtisch am Laptop arbeitet bzw. nach dem Erhalt einer Handy-Nachricht einen digitalen Liebesbrief verfasst. Auch die selbstgestalteten Zeitschriften-Cover, auf denen jeweils ein Selbstporträt verbunden mit Promi-Schlagzeilen auftauchte, sorgten für einige Lacher. Das Thema des Selbstporträts zieht sich auch weiter durch die Ausstellung: so sind sowohl eigene Konterfeis nach der Vorlage eines Bildes des Künstlers Hans Memling, als auch Bleistiftzeichnungen von Selbstbildnissen im Spiegel aus Untersicht zu bewundern. Daneben hängen Formen der Abstraktion in Bleistiftzeichnungen, es gibt diverse Umsetzungen des Themas „Kopf-Häuser“ sowie noch weitere Tonarbeiten zu sehen. 

Die Gäste, die sich nach den einführenden Worten von Marco, Stella und Jana die unterschiedlichen Arbeiten anschauten, zeigten sich sehr angetan von der Vielfalt der Ausstellungsstücke, die die Kreativität der Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll vor Augen führt und für angeregte Diskussionen der Besucher der Vernissage sorgten. Die Ausstellung ist im Nordfoyer des AMG noch bis zum 20. 6. zu sehen.

 

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