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Studiennachmittag am IKP

Am Mittwoch, den 13. Dezember, waren die Schülerinnen und Schüler der Begabten AG „Teilchenphysik“ mit ihren Lehrern, Herrn Frank und Herrn Matz, zu Gast am KIT. Das Institut für Kernphysik (IKP) auf dem Campus Nord in Eggenstein-Leopoldshafen erforscht fundamentale Rätsel der Natur an der Schnittstelle von Kosmologie, Astrophysik und Elementarteilchenphysik. Genau die richtige Adresse also für die Gruppe vom AMG, die sich je zur Hälfte aus Schülerinnen und Schülern der Physik-Neigungskurse 11 und 12 zusammensetzt. Bestens betreut von acht Masterstudenten und Doktoranden unter der organisatorischen Leitung von Dr. Huege und Dr. Huber widmete sich die Gruppe drei verschiedenen Themenbereichen.

2018 09 01 KATRIN ExperimentZunächst besuchten die Schüler das spektakuläre KATRIN (KArlsruher TRItium Neutrino) - Experiment, mit dem ab Juni die Masse der Neutrinos so exakt wie niemals zuvor bestimmt werden soll. Diese Geisterteilchen des Universums durchdringen, aus dem Weltall kommend, normalerweise in unvorstellbar großer Zahl alle irdische Materie, ohne fassbar zu sein. Das KIT als Standort eines der weltweit nur zwei Tritiumlabore betreibt nun ab Juni an vorderster Front Neutrino-Grundlagenforschung, deren Ergebnisse für die Verfeinerung des Standardmodells der Physik und für die Kosmologie von allen Physikern und natürlich auch der Begabten-AG des AMG mit Spannung erwartet werden. Das riesige Spektrometer, die weltweit stärksten ausgedehnten stabilen starken Magnetfelder und eine komplexe Kryotechnik knapp über dem absoluten Nullpunkt bei ca. -260°C führen zu einem Experiment, das bei allen Besuchern Staunen und Bewunderung hervorrief. 

2018 09 01 Cerenkow DetektorenIm zweiten Teil des Besuchsprogramms referierte Dr. Thomas Huber über zwei weitere spektakuläre Experimente mit Beteiligung des IKP: Das „Ice-Cube-Neutrino-Observatorium“ am Südpol und das Pierre-Auger-Observatorium in der argentinischen Pampa, der größte bisher gebaute Detektor für den Nachweis hochenergetischer Teilchen aus dem Universum. Die persönliche Begeisterung, mit der Dr. Huber den Schülerinnen und Schülern die faszinierende Welt der kosmischen Strahlung und ihrer experimentellen Erforschung nahe brachte, die Art, wie er auf alle Fragen anekdotenreich und ausführlich einging und das Understatement, mit dem er schließlich fast beiläufig erwähnte, dass er in drei Wochen selbst zum Südpol aufbrechen werde, um dort einige Monate Neutrinos in dem einen Kubikkilometer großen Eiswürfel nachzuweisen und zu vermessen, vermittelten allen, dass Grundlagenforschung in der Physik einerseits ein faszinierendes Wissenschaftsgebiet ist und andererseits viel mit persönlicher Berufung zu tun hat.

2018 09 01 Myonennachweis imKellerIm dritten Teil des Studiennachmittags stand dann die eigene experimentelle Beschäftigung mit Teilchendetektoren im Vordergrund. So konnten die Schülerinnen und Schüler selbst kosmische Myonen nachweisen und sogar zeigen, dass im Keller des Institutes weniger dieser Teilchen ankommen als im Obergeschoss.

Daneben stand aber auch der Austausch mit den betreuenden Masterstudenten und Doktoranden, die für alle Fragen auch zur Studien- und Berufswahl offen waren, im Vordergrund.

 

Kurzum: Der Besuch auf dem Campus Nord schenkte der Begabten-AG „Teilchenphysik“ des AMG vielfältige, interessante und beeindruckende Einblicke in die aktuelle Grundlagenforschung und das Berufsfeld von Physikern.

2018 01 09 KIT Besuch